Kontrollen durch Sicherheitspersonal - Was dürfen Securitymitarbeiter?

Das Durchführen von Kontrollen aller Art ist täglicher Bestandteil der Arbeit eines Sicherheitsmitarbeiters.


Häufig wird der Begriff „Durchsuchung“ verwendet. Durchsuchung ist aber ein rechtlich eindeutig definierter Begriff und bedeutet das gezielte Suchen nach Beweismitteln für eine Straftat. Dies stellt eine hoheitliche Handlung im Rahmen eines Strafverfahrens dar und ist nur Hoheitsträgern erlaubt.


Um nicht den Tatbestand von § 132 StGB Amtsanmaßung zu erfüllen müssen sich Privatpersonen an bestimmte Regeln halten.


Um keinen behördlichen Eindruck zu erwecken sollten Privatpersonen deshalb die Begriffe „Kontrolle“ oder „Nachschau“ benutzen. Wobei das alleinige Verwenden des Wortes "Durchsuchung" noch keine Amtsanmaßung darstellt.


Generell muss jede Art der Kontrolle durch die Dienstanweisung genau vorgeschrieben und geregelt sein. Sicherheitsmitarbeiter müssen genau wissen, was sie zu tun und zu unterlassen haben. Improvisierte Kontrollen nach eigenem Gusto sollten vermieden werden.


Präventivkontrollen und Repressivkontrollen

Kontrolle: Abgleich eines SOLL-Zustandes mit dem IST-Zustand. Weicht der Ist-Zustand vom Soll-Zustand ab, sind Maßnahmen zu treffen..

Man unterscheidet zwei Arten von Kontrollen.

  • Routinekontrollen oder „Präventivkontrollen“

  • gezielte Kontrollen oder „Repressivkontrollen“

Routinekontrollen


Routinekontrollen werden ohne einen besonderen Anlass durchgeführt. Beispiele sind Zugangskontrollen beim Betreten des Werksgelände, Personen- und Taschenkontrollen beim Betreten einer Veranstaltung oder die Kontrolle des Fahrzeuges eines Lieferanten beim Einfahren auf das Gelände. Doch auch andere Kontrollen, wie z.B. Brandschutzkontrollen, Zustandskontrollen an Anlagen, Verschlusskontrollen bei Gebäuden oder Anwesenheitskontrollen von Personen und Material gehören dazu.


Routinekontrollen sind im Arbeitsvertrag der Werksmitarbeiter oder in der Betriebsvereinbarung festgelegt. Unterschreibt ein Mitarbeiter den Arbeitsvertrag bei einem Unternehmen stimmt er den darin enthaltenen Regelungen zu und akzeptiert dadurch die Kontrollen durch das Sicherheitspersonal.


Betriebsfremde Personen, wie Lieferanten oder Besucher, haben keinen solchen Arbeitsvertrag und müssen den Kontrollen deshalb freiwillig zustimmen. Man spricht hier von der „freiwilligen Unterwerfung“.


Besucher einer Veranstaltung stimmen der Kontrolle durch den Kauf der Eintrittskarte zu. Ein entsprechender Hinweis befindet sich meist auf der Eintrittskarte selbst oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters bzw. des Hausrechtsinhabers.


Wird eine Präventivkontrolle verweigert, darf diese nicht erzwungen werden. Wenn die Hausordnung vorsieht, dass Personen nur nach erfolgter Kontrolle das Gelände betreten dürfen, darf der Zugang bei einer verweigerten Kontrolle verweigert werden.